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Hoefstr. 20, 79737 Herrischried, Telefon 07764 - 932 734, Telefax 07764 - 932 735, Email: / Impressum
 
Haus - Chronik

 

'Kleine' Chronik, erstellt anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des "Wehrhalder Hofes" 1996

Was war am 25. Dezember 1966?
Jedem, der auf solch eine Scherzfrage schon einmal hereingefallen ist, wird als Antwort gleich einfallen: "Da war Weihnachten!"

Unbestreitbar, aber für unser Thema hat dieses Datum noch eine andere Bedeutung.

Aber der Reihe nach:


1. Kapitel

"Feuf Johr höchschtens, de ‘no isch er hie!" oder: Die Anfänge mit schlechten Prognosen

Im Jahr 1958 übernahm in Wehrhalden im Hotzenwald der junge Reinhard Frommherz von seiner Mutter ein ungefähr 150 Jahre altes, zweistöckiges Hotzenhaus, in einem Zustand, der dem Alter des Gemäuers entsprochen hatte.

Landwirtschaft war darin untergebracht, wie in den neun Nachbarhäusern auch, die es damals in der "Oberen Wehrhalden" gegeben hatte. Es war schon damals ein recht großes Haus, was für den jungen "Reini", wie ihn schon damals jeder nannte, den Umbau und die Sanierung teuer machte.

Bis 1964 hatte er das Gröbste vorerst hinter sich gebracht: Er begann anschließend, mit Flaschenbier zu handeln und Geflügel zu halten: An die tausend Hühner versorgten fortan das Umland, die nur wenig später ein grausiges Ende nahmen. Denn im November 1965 brannte das Haus bis auf die Grundmauern nieder, nichts Brauchbares blieb erhalten. Das Haus war zwar gebäudeversichert, aber wie! Das Brandgeld deckte nur wenig mehr als die früheren Sanierungskosten, der Altbau war unterversichert, neue Gebäudeteile gar nicht.

Reini Frommherz stand jetzt sozusagen vor dem Nichts.

Nebenan, am Westhang der Oberen Wehrhalden und weiter oben, in Lochhäuser, bahnte sich unterdessen eine Entwicklung ihren Weg, den auch Reinhard Frommherz immer wieder kreuzten würde:

Zwei Skilifte, ein Groß- und ein Übungslift, brachten in der Hand einer Betreibergesellschaft seit 1965/1966 in unmittelbarer Nähe Gäste in den stillen, noch abgeschiedenen Ort: Die Wehrhalder waren nicht mehr für sich, allmählich wurde es lebendig bei ihnen. Irgendwann vor dem Wiederaufbau seines Hauses reifte dann in Reini Frommherz der Entschluß, beim Neubeginn diese Entwicklung für sich zu nutzen, über das Bisherige hinaus einen Schritt weiter zu gehen und statt eines bloßen landwirtschaftlichen Gebäudes eine Gastwirtschaft mit Pension zu bauen.




2. Kapitel

"S’ würd. " oder : Der Ausbau, Schritt für Schritt

Obwohl die Prognosen demnach zunächst eher düster waren - man fasste Tritt. Es waren zwei Standbeine, auf denen man von Anfang an vorwärts kam:

Zum einen ein treuer Stammtisch, altersmäßig bunt gemischt, über den die Familie Frommherz auch heute noch froh ist, zum anderen die Skifahrer und auch Sommergäste, die den Hotzenwald nun zunehmend entdeckten.

Hatte man im "Wehrhalder Hof" anfangs noch nicht einmal eine Kaffeemaschine, um etwa an Winternachmittagen den Stoßbetrieb zu bewältigen, war dies nur eine der Einrichtungen, die nach und nach die Küche ergänzten.

Nicht, wie von vielen erwartet, die Gesichter der Wirtsleute, sondern die Speisekarte mit zunächst zehn bis fünfzehn Menüs wurde länger und länger, und die Verdoppelung der Bettenkapazität von 16 auf 32 Betten ist heute für uns ein sicheres Zeichen, daß der Betrieb gut angelaufen war.

Nach und nach arbeitete man an Verbesserungen, mußte auch mit der Zeit und den Ansprüchen der Gäste Schritt halten: Erwirtschaftetes wurde wieder investiert, Zimmer hatte man komfortabler - etwa mit kompletten Naßzellen- eingerichtet, Sanitäranlagen verbessert, die Küche leistungsfähiger ausgerüstet. Der Familienbetrieb hielt und setzte durch seine Leistung auf die Mund-zu-Mund-Werbung.

Dieses Konzept ging auf.

Unterstützt wurden die Pläne der Frommherzens auch durch die Entwicklungen im Umfeld: Die Wehrhalder Lifte machten den Ort bekannt, und die Gemeinde Wehrhalden entschloß sich, aktiv Bodenpolitik zu betreiben, das heißt: Bauland auszuweisen.

Der Bebauungsplan "Obere Wehrhalden" ist seit Beginn der siebziger Jahre das rechtliche, planerische Fundament dessen, was wir heute an Wohnbebauung vorfinden. Der potentielle Gästekreis wurde für den "Wehrhalder Hof" damit rasch größer. War man dort, was etwa die Werbung betrifft, zunächst ausschließlich auf sich selbst gestellt, fand man hierbei im 1969 neu gegründeten Fremdenverkehrsverein organisatorische Unterstützung.





3. Kapitel

"S‘ brennt im Wehrhalder Hof !" oder: Der Rückschlag und wie es danach weiterging.

Der Wehrhalder Hof ist abgebrannt.

Feuer nützt, Feuer zerstört. Ein Zuhause, Träume, Pläne, Existenzen.

Sein Zuhause zu verlieren, ist schrecklich; zudem die wirtschaftliche Basis im Feuer aufgehen zu sehen, umso mehr. Und wie muss dies erst einem Menschen zusetzen, dem dies wiederholt widerfährt ?

Am Donnerstag, dem 11. November 1988, brach gegen 22.00 Uhr im Westteil des "Wehrhalder Hofes", dem damaligen Ökonomieteil des Gebäudes, erneut ein Großfeuer aus.


Jetzt machte sich aber die Entwicklung der Feuerwehrtechnik in der Gemeinde bemerkbar: Über Funk rasch alarmiert, mit Atemschutz gut ausgerüstet und ausgebildet, brachte die Feuerwehr den Brand relativ schnell unter Kontrolle und konnte verhindern, daß das Feuer auf das Wohngebäude übergriff. Der effektive Einsatz der Feuerwehr mit verschiedenen Abteilungen bewahrte die Familie zwar vor demselben Schicksal wie 23 Jahre zuvor. Aber wie sah es jetzt aus, im Wehrhalder Hof?

Der Ökonomieteil völlig zerstört, zwar fast alles Vieh gerettet, im Wohn- und Pensionsteil aber ein immenser Wasserschaden, und dies vor Frost und Wintersaison!




4. Kapitel

"Jetzt, hütt und schpöter" oder: Der "Wehrhalder Hof" heute und morgen

Nach dem Umbau wuchs die Kapazität auf nun insgesamt 59 Betten an, in der Gastwirtschaft verteilen sich 160 bis 180 Sitzplätze auf den Wirtsraum, ein Nebenzimmer und ein Buurestübli.

Eine neue Kegelbahn und ein Pool-Billardraum ergänzen das Angebot. Die Speisekarte ist vielseitig, in der Tendenz gut-bürgerlich.




Danke
  • meinen Gästen aus nah und fern, hier besonders auch denen vom Stammtisch, die mir in den letzten 30 Jahren die Treue gehalten haben,
  • meiner Familie, meinen Verwandten und meinen Mitarbeitern, nicht zuletzt auch unserer Agathe, die in guten und schlechten Zeiten zu mir gehalten haben, ohne die das, was wir gemeinsam in all den Jahren aufgebaut haben, nicht denkbar gewesen wäre,
  • meinem langjährigen Geschäftspartnern, allen voran der Firma Gnädinger, Wehr, und der GANTER-Brauerei Freiburg, für die guten und freundschaftlichen Geschäfts- beziehungen,
  • der Gemeinde Herrischried, besonders der Kurverwaltung,
  • dem Fremdenverkehrsverein Herrischried, für die jahrzehntelange gute Zusammen- arbeit und Unterstützung,
  • allen Vereinen, besonders dem Skiclub, der Bergwacht und dem DRK, für deren stete Hilfsbereitschaft,
  • der Gesamtfeuerwehr Herrischried mit allen Abteilungen und
  • der Feuerwehr Todtmoos, dafür, daß sie mir durch ihren Einsatz den "Wehrhalder Hof" in seiner Substanz erhalten haben,
  • allen, die anschließend beim Wiederaufbau halfen, dem Architekten, allen Handwerkern, und auch den beteiligten Behörden.
  • Danke auch all denen, die ich in der Kürze jetzt nicht namentlich erwähnt habe, die meiner Familie und mir in all den Jahren Hilfe, Zuspruch und Sympathie entgegen- brachten.
Herzlichen Dank!

Euere / Ihre

Familie Frommherz


 





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Spätestens hier tritt nun seine Frau Sieglinde auf den Plan: Selbst in der Gastronomie groß geworden, unterstützte sie ihren Mann und schuf ihm den notwendigen fachlichen Hintergrund, ohne den er es bei allem Unternehmungsgeist nicht hätte wagen wollen. Im Mai 1966 begann man mit dem Aufbau, am Heiligen Abend 1966 packte man noch die letzten Stühle aus (Reini: "Zusammen mit Zeno Deutschmann arbeiteten wir bis in die Morgenstunden"), und am ersten Weihnachtstag morgens um 8.00 Uhr konnte man die ersten Gäste willkommen heißen.

Noch heute weiß die Familie ihre Namen (für Eingeweihte sei unter anderem der "Seppele-Zeno" aus Hartschwand genannt, aber das nur nebenbei).

Neben der Wirtschaft waren zunächst acht Doppelzimmer vorhanden, Duschen und Toiletten auf der Etage.
Ach ja, das Haus wurde "Wehrhalder Hof" getauft. Darüber wird man heute wenig nachdenken, aber die Familie wollte schon damals damit ausdrücken, daß sie auf Produkte aus eigener Landwirtschaft Wert legte.

Das Unternehmerrisiko läßt sich heute nur einschätzen, wenn man sich vor Augen führt, daß Wehrhalden Mitte der sechziger Jahre wesentlich dünner besiedelt war als heute: Neubauten waren damals noch nicht vorhanden, in der Nachbarschaft standen nur neun weitere Häuser, und unser "Wehrhalder Hof" war nach wie vor abgelegen. Und konnte der Liftbetrieb, auch wenn er sich gut entwickeln würde, die Gastronomie über Wasser halten ?

So kann man sich schon vorstellen, daß die Skepsis bei den Wehrhaldern überwog und man dem Reini und seiner Familie hier und dort nur fünf Jahre bis zur erwarteten Pleite gab.












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1973 fand auch im Gemeindeleben von Wehrhalden ein tiefer Einschnitt statt:
Die Gemeindereform integrierte Wehrhalden mit dem mehrheitlichen Willen seiner Bürger in die Gemeinde Herrischried. Die finanzielle Basis, Infrastruktur- auch für den Fremdenverkehr- auszubauen, wurde damit günstiger. Das gemeindepolitische Handeln war in der Folge dann auch eindeutig auf den Ausbau des Fremdenverkehrs gerichtet, um natürliche Ressourcen der Region auszunutzen und der Krise der Landwirtschaft, die sich schon damals abzeichnete, entgegenzuwirken.

Alles in allem wurde die Ausgangslage auch für den "Wehrhalder Hof", der mittlerweile schon zehn Jahre bestand, zunehmend besser. Gastronomie und organisierter Fremdenverkehr standen damals wie heute in enger Beziehung, bedingten einander. Von der Gemeinde geschaffene Einrichtungen brachten Gäste in den Ort, die ihrerseits private Dienstleistungsbetriebe erwarteten. Man mag an die sechziger und siebziger Jahre als an eine Art der "Gründerzeit" zurückdenken, auch ein wenig in Nostalgie schwelgen, die harte Aufbauarbeit ist dennoch auch im "Wehrhalder Hof" noch sehr präsent.

Und das hat seinen besonderen Grund, wie wir noch sehen werden.

1979 pachtete Reinhard Frommherz die gesamte Liftanlage, den langen (rd. 1,8 km Abfahrt) und den Übungslift, und seit 1981 ist man Eigentümer beider Anlagen. Dies war eine logische Weiterentwicklung des Betriebs: Notwendig, eine seiner Grundlagen zu sichern, denn der bisherige Betreiber war in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten.

Im Winter bedeutet fortan der ganze Betrieb für die Famlienmitglieder eine enorme Belastung: Pistenpräparierung, Gastwirtschaft, Pension und Landwirtschaft zu betreuen, erfordert viele Arbeitsstunden und setzt besonders auch familiären Zusammenhalt voraus.

Die achtziger Jahre waren dann eine Zeit der Planung und Vorbereitung weiterer Entwicklungen -zunächst jedenfalls.






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Wer den Reini in jener Nacht gesehen hat, mit dem Blick an die Zimmerdecken, von denen das Löschwasser Geschoß um Geschoß durchdrang, brauchte nicht viel Phantasie, um zu ahnen, was ihm durch den Kopf ging. Was in den folgenden sechs Wochen geschafft wurde, hätte wohl keiner für möglich gehalten: Sämtliche Zimmer wurden bis Weihnachten 1988 wieder hergerichtet, Tag für Tag, Nacht für Nacht.

Und als die ersten Gäste kamen, war man noch am Arbeiten, konnte aber das Weihnachtsgeschäft als erste Basis für den Wiederaufbau mitnehmen. Dies war auch gut so, denn das Brandgeld reichte nicht aus, um das zu schaffen, was man nun für sinnvoll hielt:

Den bisherigen Ökonomieteil baute man zu weiteren Zimmern aus, die Landwirtschaft wurde in einem getrennten Gebäude untergebracht und auch äußerlich zeigte der Wehrhalder Hof nun ein etwas anderes Gesicht. Was den Brand verursacht hatte ? Man hat es nicht herausgefunden, fest aber steht, daß die Brandkatastrophe die Familie zu einem äußerst ungünstigsten Zeitpunkt getroffen hatte und sie vor größte Probleme stellte. Daran ändert auch nichts, daß man aus der Situation, wie schon oft, das Beste machen konnte.








Der Verfasser

Der Frommherz-Reini hat mich gebeten, anlässlich des runden Jubiläums einmal zu Papier zu bringen, was sich in den letzten 30 Jahren im und um den "Wehrhalder Hof" so alles entwickelt und ereignet hat.

Ich habe dies gern getan und dabei versucht, mit leichter Feder eine kleine, kurzweilige Chronik zusammenzustellen.

Dem Reini und seiner Familie wünsche ich, dass das Glück sie nicht verlässt und ihnen der Mut erhalten bleibt, der ihnen auch über schwierige Zeiten hinweggeholfen hat.

Herrischried, im August 1997

Roland Frank